Gemeindearchiv

Veröffentlicht in Kultur

ArchivGemeindearchiv Altenholz

Seit dem Jahr 2001 ist die Gemeinde Altenholz Mitglied bei der Archivgemeinschaft Gettorf (www.archivgemeinschaft-gettorf.de), der noch acht weitere Ämter und Gemeinden angehören.

Das Gemeindearchiv befindet sich im Keller des Rathauses der Gemeindeverwaltung. Es wird betreut von dem Archivar Matthias Roese und Beate Sievers. Geöffnet ist das Archiv jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr oder nach vorheriger Absprache. Telefonisch ist das Archiv dann unter 0431 / 32 01 140 zu erreichen. Außerhalb der Öffnungszeiten steht Ihnen Herr Roese unter 0177 / 555 36 42 auch gern zur Verfügung.

Die vorhandenen Archivalien bieten einen höchst umfangreichen Einblick in die spannende Geschichte unserer Gemeinde, die eine rasante Entwicklung vom Bauerndorf zur Stadtrandgemeinde mit gegenwärtig fast 10.000 Einwohnern gemacht hat. Der Bestand umfasst bisher ca. 3000 Archivalien. Das älteste im Archiv befindliche Dokument ist datiert auf das Jahr 1839, es ist das „Regulativ für die Districtschule zu Clausdorf im adeligen Gute Knoop", gemeint ist hier keine andere als unsere spätere Claus-Rixen-Schule.

Auch die Chronik der Schule Projensdorf (1874-1976) und die Entwicklungsgeschichte der Helene-Dieckmann-Schule ist vorhanden.

Als Schleswig-Holstein 1867 preußische Provinz wird, gründen sich 1876 zahlreiche Landgemeinden und selbständige Gutsbezirke als Verwaltungseinheiten. Dazu zählt auch Klausdorf mit gerade einmal vierhundert Einwohnern und einer Flächengröße von 591 ha. Das erste Protokollbuch der Gemeindeversammlung Klausdorf liegt im Archiv zwecks Einsichtnahme und Recherchen für Sie bereit.

Im Jahr 1889 werden die bestehenden Gutsbezirke verkleinert und Amtsbezirke gebildet. Zum Amtsbezirk Knoop gehören Holtenau, Klausdorf, Knoop, Pries und Stift. Ob Personenverzeichnis und Gemeindesteuerliste, Viehzählung wie auch Volks-, Berufs- und Gewerbezählung oder Armenfürsorge, die vorhandenen Dokumente aus diesem Zeitraum bieten eine höchst informative Quelle für Heimatforscher, Historiker, Soziologen und andere Interessierte. Insgesamt befinden sich über hundert Akten aus den Jahren von 1876 bis 1900 im Gemeindearchiv, bis zum Jahr 1930 sind es über 200 Archivalien, die für Ihre Forschungen zur Verfügung stehen.

Nachdem im Jahre 1922 Holtenau, Pries und Friedrichsort nach Kiel eingemeindet werden, erfolgt am 01.10.1928 die Auflösung der Gutsbezirke. Die Großgemeinde Schilksee wird 1930 gegründet, die Gemeinden Dänischenhagen und Schilksee sowie die ehemaligen Gutsbezirke Eckhof, Uhlenhorst, Neu-Bülk und Kaltenhof gehören dazu. Die Gutsbezirke Stift und Knoop werden zusammen mit dem Gutsbezirk Projensdorf in die Gemeinde Klausdorf eingegliedert, die nun achthundert Einwohner zählt und ein Gebiet von 1947 ha umfasst. Klausdorf wird 1933 in Altenholz umbenannt, um eine Verwechslung mit der gleichnamigen Gemeinde im Kreis Plön zu vermeiden. Es folgen Nationalsozialismus und Unterdrückung, später Krieg, Flucht und Nachkriegszeit. Viele Vertriebene aus den Ostgebieten erreichen Schleswig-Holstein und finden auch in Altenholz eine neue Heimat. In den Lagern Dreilinden, Knoop, Friedrichshof und Schießstand, sowie in den Baracken Projensdorf, Dehnhöft und Barkmissen werden viele hundert Menschen untergebracht. Es gilt, die Versorgung der Flüchtlinge und Vertriebenen zu organisieren, wie auch die der einheimischen Bevölkerung mit Lebensmitteln, Kleidung und Brennmaterial. Selbstverständlich sind auch diese Vorgänge im Archiv aktenmäßig dokumentiert.

Es bleibt zu erwähnen, dass Altenholz vom 01.08.1948 bis Ende 1962 zum Amt Dänischenhagen gehört, bis die Gemeinde am 01.01.1963 amtsfrei wird. In diesem Zeitraum steigt die Einwohnerzahl von 2190 (1955) auf 6865 (1970).

Das Archiv verfügt weiterhin über zahlreiches Bildmaterial und Dias, alle Altenholzer Nachrichten seit 1962 sind im Archiv vorhanden sowie Zeitungsausschnitte von 1958 bis heute.